Der Medailleur und Stempelschneider Albrecht Krieger.       Medaillenkunst des Barock in Leipzig


von Mirko Schöder

 

 

 

Die Publikation geht auf eine vom Autor 2018 an der Technischen Universität Dresden im Fach Kunstgeschichte verteidigte Dissertation zurück. Das 580 Seiten umfassende Buch ist gegliedert in einen zahlreich bebilderten und circa 280 Seiten umfassenden Textteil sowie in einen detaillierten Œuvre-Katalog (etwa 300 Seiten).

 

 

Untersucht wird das Leben und Werk des bisher nahezu unerforschten Barockkünstlers Albrecht Krieger. Dieser wurde 1663 in Nürnberg geboren, später siedelte er nach Leipzig über. Zwischen 1707 und 1714 war er an der dortigen Münzstätte als Stempelschneider beschäftigt. Gleichzeitig trat er als Medailleur in Erscheinung, auf den ein vergleichsweise großes Œuvre zurückgeht. Prägungen, die mit dem Kurfürstentum Sachsen und der Sekundogenitur Sachsen-Weißenfels verknüpft sind, aber auch Miszellanarbeiten nehmen diesbezüglich eine zentrale Position ein. 1726 verstarb Krieger 63-jährig in der Messestadt.

 

Das Besondere an dem Künstler ist nicht nur die Vielzahl der von ihm hergestellten, qualitativ hochwertigen Schaustücke, sondern der Umstand, dass er weitgehend auf deren Signierung verzichtete. Aus diesem Grund konnten bisher zahlreiche von Krieger stammende Barockmedaillen nicht eindeutig zugeordnet werden. Die vorliegende Monografie beendet diese Zuweisungsunsicherheit und schließt somit eine Forschungslücke. In ihrem Anspruch und ihrer Grundstruktur fügt sie sich an die Werke über die herausragenden zeitgenössischen Medailleure Christian Wermuth, Raimund Faltz sowie Johann Christian Koch an und vervollständigt damit die Erkenntnisse über das deutsche Medaillenschaffen vor allem im ersten Viertel des 18. Jahrhunderts.

 

Inhaltlich ist die wissenschaftliche Ausarbeitung wie folgt aufgebaut:

 

 

Zunächst steht die Biografie Kriegers im Vordergrund, in der vor allem dessen Zeit in Leipzig ein größerer Stellenwert zukommt. Darauf folgt eine Annäherung an das Werk des Künstlers. Dieses wird zum einen bezüglich thematisch-motivischer Gesichtspunkte betrachtet. Hinsichtlich der zahlreichen Medaillen mit Bezug zum sächsischen Kurfürsten und polnischen König August dem Starken wird zum anderen exemplarisch erforscht, welche Motive dabei zum Tragen gekommen sind. Gleichzeitig geht es um die Frage, wie sich konkurrierende Medailleure motivbezogen positionierten, die thematisch identische oder zumindest vergleichbare Medaillen vorgelegt haben. Der sich anschließende Komplex befasst sich ausführlich mit dem Entstehungsprozess der Kunstwerke Kriegers. Unter anderem wird darauf eingegangen, auf welche Vorlagen der Künstler zurückgegriffen haben könnte, welche Prozesse zur Herstellung seiner Schaustücke führten und welche Vermarktungsstrategien zu deren Verkauf nachweisbar sind. Danach steht die Darstellungsweise des Leipziger Meisters im Fokus. Einzelne Elemente werden diesbezüglich beispielhaft herausgegriffen und einer näheren Untersuchung unterzogen. Hierbei wird erörtert, wie sich die individuelle Ausdrucksform Krieges manifestiert und inwiefern sich dessen Handschrift vom Darstellungsmodus ausgewählter zeitgenössischer Medailleure unterscheidet. Ein angefügter Œuvre-Katalog erfasst das gesamte künstlerische Werk Kriegers und schließt die Arbeit ab. Er enthält 216 Hauptnummern, unter denen sowohl die Medaillen des Meisters als auch die auf seine Prägestempel zurückgehenden Münzen erfasst sind.

 

Preis: 40 €

 

Zu beziehen über die Lepziger Münzhandlung und Auktion Heidrun Höhn e.K. (https://www.leipziger-muenzhandlung.de/)

 

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