Bericht von der Jahrestagung des Arbeitskreises Sächsische Münzkunde


Die 2016er Jahrestagung des Arbeitskreises Sächsische Münzkunde fand am 16.04.2016 im

 

Hans-Nadler-Saal des Dresdner Residenzschlosses statt.

 

Wie bereits seit Jahren üblich, traf sich ein kleiner Personenkreis schon am Vorabend im Sächsisch-Böhmischen Bierkeller zum Gedankenaustausch und verbrachte kurzweilige Stunden im angeregten Gespräch.

 

Die eigentliche Tagung bot wieder ein reichhaltiges wissenschaftliches Programm. Nach kurzer Begrüßung durch den Arbeitskreisvorsitzenden und den Direktor des Münzkabinetts wurde das Programm der Fachvorträge eröffnet. Erster Referent war Herr Dr. Rainer Grund, er sprach zum Thema „Die Neuerwerbungen des Münzkabinetts der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden im Jahre 2015“. Bekanntlich war im Sommer des Vorjahres die neue Dauerausstellung des Münzkabinetts eröffnet worden, die auch auf Ankäufe und Schenkungen ihre Auswirkungen gehabt hatte und deren herausragende Qualität und Ästhetik schon mehrfach betont worden ist. Der Vortrag stellte wieder einmal die besonders hohe Qualität der im Kabinett befindlichen Stücke, so auch der Ankäufe in den Fokus, zeigte aber auch in welcher Breite die Sammlung angelegt ist.

 

Mirko Schöder sprach im Anschluss über „Einblicke in das künstlerische Schaffen des Barockmedailleurs und Stempelschneiders Albrecht Krieger“. Er konnte Krieger als einen wichtigen, überaus produktiven Medailleur der Barockzeit in Leipzig herausarbeiten und eine bisher unübertroffen große Anzahl seiner Medaillen nachweisen. Dabei stützte er sich wesentlich auf seine eigenen Forschungen.

 

Der sich anschließende Vortrag Jan-Erik Becker: Die Rekonstruktion des Brakteatenfundes bei Leipzig (1831)...ist im Rahmen der Aufarbeitung älterer Funde zu sehen, die sich im Münzkabinett befinden und aufgrund der kriegsbedingten Verluste aller Provenienzzettelchen nicht mehr unmittelbar nachweisbar sind. Die Rekonstruktion derartiger Funde, auch wenn sie nur noch schwer und vielleicht nicht vollständig möglich ist, ist eine schwierige und verdienstvolle Arbeit. Übrigens liegen die beiden letzteren Beiträge bereits publiziert vor.

 

Als nächster Referent sprach Jens Reuther zum Thema: Die Güttlermedaille auf Klaus-Peter Brozatus zur Fertigstellung der "Reformatio in nummis". In dem Vortrag zeichnete er zunächst den Lebensweg Brozatus´ nach und stellte anschließend die ihm gewidmete neue Güttlermedaille vor. Diese war aus Anlass der Fertigstellung des zweibändigen Korpuswerks über Reformationsmedaillen gefertigt worden. Die Medaille enthält viele Bezüge zu Luther und der Geschichte der Reformation. Die nächsten drei kurzen Beiträge steuerte Thomas Arnold bei. Da die neue Publikation aus der Reihe der Freiberger Münzblätter der Öffentlichkeit übergeben wurde, würdigte er zunächst den inzwischen verstorbenen Verfasser Klaus Thieme. Danach wurde seine Arbeit „Königsbrakteaten aus dem mitteldeutschen Raum“ vorgestellt. Es folgten vom gleichen Vortragenden Zwei Kurzbeiträge, der eine zur geldwirtschaftlichen Auswirkung der 1444 er Münzreform, der zweite über den Entstehungsverlauf der Landsberger Hohlpfennige nach dem Vorbild der Thüringer Hohlpfennigproduktion.

 

Im letzten Teil der Tagung wurden Hinweise zu „neuen Münzen, neuer Literatur, sowie Münzfunden, gegeben und Organisatorisches besprochen.

 

Mit dem traditionellen abschließenden Besuch des Antik-Cafes klang die Tagung aus.

 

ta